Kanaren & Madeira ab Gran Canaria mit der AIDAcosma, Funchal / Madeira 10.02.25

Kennt der geneigte Leser das?: Unterhose nass, aus den Schuhen können wir das Wasser auskippen, alle Muskeln schmerzen, die Sehnsucht nach einer warmen Dusche ist schier übermenschlich. Und trotzdem sind wir glücklich. Das erleben wir heute.


Bilder folgen hier in Kürze

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SCHIFF JAHR

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Heute Morgen sind wir wieder in Funchal auf Madeira angekommen. Letzte Woche waren wir ja schon hier und hatten erstmals einen Ausflug mit einem kleinen Elektroflitzer gemacht.

“Guten Morgen“ am Kai

Auch heute probieren wir etwas Neues, das wir immer schon einmal machen wollten, aber noch nie die Gelegenheit dazu hatten. Zuletzt hatten wir so einen Ausflug auf dem Azoren gebucht, dieser musste aber wegen eines Hurrikans abgesagt werden.

Geweckt werden wir von einem lauten “Guten Morgen” und “Herzlich willkommen”. Es gibt also immer noch Ignatio Freitas, der am Kai steht und laut alle einlaufenden AIDA Schiffe begrüßt. Wir hatten uns schon gefragt, ob er diese Tradition weiter aufrechterhalten kann. Letzte Woche haben wir nichts gehört.

Der erste Weg geht natürlich wieder zum Frühstück in Beach House. Das ist voller als gestern, wahrscheinlich weil viele zu Ausflügen raus müssen, aber es ist genauso ruhig und genauso nett wie gestern. Das genießen wir also zunächst in aller Ruhe, denn unser Ausflug beginnt erst heute Mittag.

Sweet and spicy statt süßsauer

Dabei lernen wir noch einiges. Unser Kellner fragt uns um Rat, wie es kommt, dass die Deutschen so gerne saure Früchte oder Orangensaft zum Frühstück möchten. In Asien würde man eher sweet and spicy (süß und würzig) essen und keiner käme auf die Idee, sauer zu essen. Im Gegenteil, er zeigt auf meine Maracuja und erklärt, dass er zu Hause Maracuja im eigenen Garten hat, die würde er aber niemals essen, sondern die wäre nur für die Vögel.
So unterschiedlich sind die Geschmäcker auf der Welt.

Draußen sieht es gar nicht so schön aus. Sonne wechselt mit Regenschauern. Das wäre letzte Woche nicht schön gewesen, wenn es bei der Fahrt mit diesem offenen Elektroflitzern auch noch geregnet hätte. Wir hatten ja gehofft, dass es trocken bleibt, und so war es dann auch.

Auch heute sind wir draußen, aber wir werden uns warm und trocken anziehen.
Es sind maximal 17°C angekündigt und eine Regenwahrscheinlichkeit von 25%.
Regen wäre auch heute nicht schön, wir könnten nass werden. Darauf ein lautes “Haha”. Nur um bei dem geneigten Leser den durchaus berechtigten Spannungsbogen zu erzeugen.

Zunächst haben wir aber noch Zeit. Erst im Wintergarten, solange es draußen nass ist. Dann auch auf dem Balkon, wenn die Sonne durchkommt und prall auf den Balkon scheint.
Ein bisschen lesen, ein bisschen Reisebericht schreiben, wir wissen uns immer gut zu beschäftigen.

Ich sehe uns doppelt auf dem Meer

Um 11 Uhr sehe ich uns auf dem Meer. Das klingt jetzt nach einer komischen Formulierung, aber genauso empfinde ich das, bis ich den Denkapparat anschalte. Es ist ja schlecht möglich, dass wir hier auf dem Balkon sitzen und uns gleichzeitig draußen auf dem Meer sehen. Genaues Hinsehen hilft: das ist AIDAsol, die gerade einläuft. Die Ähnlichkeit zu unserem Schiff ist ja nicht zu leugnen, auch wenn die AIDAsol deutlich kleiner ist.

Wenn Madeira auch zur Route der AIDAsol gehört, warum war sie dann letzte Woche nicht hier? Das Rätsels Lösung ist einfach: die AIDAsol fährt im Augenblick keine Kanaren-Route, sondern ist auf Weltreise. Wie schön, das könnten wir uns auch vorstellen. Ob umsteigen noch geht?

Lange ist das nicht auszuhalten. Wenn die Sonne jetzt so prall auf dem Balkon scheint, merken wir doch die Nähe zu Afrika. Also wieder Flucht in den Wintergarten.

City Bubbles und Tuk Tuks

Zwischendurch treibt uns die Neugier noch einmal nach unten auf Deck 8. Wir wollen gerne wissen, wie die Buchungssituation heute bei den Elektroflitzern ist. Letzte Woche waren wir ja die einzigen. Und genau so ist es heute: es stehen genau zwei der grünen Elektroflitzer vor dem Schiff, eins ist für den Guide, das andere dann für die Gäste.

Die Konkurrenz allerdings ist auch groß: neben den grünen, offenen Elektroflitzern stehen hier noch jede Menge City Bubbles. Hinter diesem hochtrabenden Namen verbirgt sich der Renault Twizy. Auch kleine Elektroautos, aber eher vollwertige Autos, nicht so wie die kleinen Flitzer von letzter Woche. Die Twizys hier haben Türen und sind somit rundum geschlossen, was bei schlechtem Wetter bestimmt vorteilhaft ist. Für uns wenig überzeugend ist allerdings, dass man in den Twizys nicht direkt nebeneinander sitzt, sondern die Sitze nach hinten versetzt sind.
Trotzdem sind diese Wagen offensichtlich beliebter als die Elektroflitzer. Denn eben saust eine Gruppe von 9 der Twizys an uns vorbei, vorne weg wieder ein Guide, dahinter die Gäste.

Weiterhin gibt es hier noch jede Menge Tuk Tuks und Fahrrad-Rikschas, jeweils mit Fahrer.

Unterricht statt Marina

Unser Ausflug startet um 13:30 Uhr. Wir fragen uns, ob wir so wie letzte Woche wieder allein sein werden, tatsächlich steht ein großer Bus hier. Dieser wird aber nicht voll, etwa 20 Leute sammeln sich.

Mit dem Bus geht es den kurzen Weg in die Stadt. Er hält dann aber nicht wie erwartet an der Marina, sondern gegenüber an der Stadt. Und hier werden wir von lokalen Guides erst einmal in ein Gebäude gebeten. Das kommt uns komisch vor, wir wollten ja aufs Meer hinaus, aber tatsächlich ist es so, dass wir hier erst eine Einweisung bekommen. Dabei sind wir auch nicht allein, es sind schon etwa 20 Leute da. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um Gäste von der AIDAsol, die mit uns gemeinsam den Ausflug machen. Vorteil ist, dass von der AIDAsol ein Guide dabei ist, der die lokalen Guides übersetzt. Das wäre für uns nicht unbedingt nötig gewesen, denn das Englisch ist hier gut zu verstehen.

Wir bekommen also zunächst eine Einweisung und erfahren, dass es hier Delfine gibt, die auch das ganze Jahr über hier leben. Die Wahrscheinlichkeit, zumindest diese zu sehen, ist demnach groß. Aber es gibt keine Garantie.

Wir erfahren, dass wir die ganze Zeit im Boot sitzen bleiben müssen und keinesfalls aufstehen dürfen. Es sei denn, wir halten und werden dazu aufgefordert. Dazu wird noch einmal deutlich gesagt, dass die Guides vorgeben, welche Bootseite aufsteht und welche sitzen bleiben soll. Das hat den Sinn, dass wirklich jeder die Tiere sehen kann, die wir hoffentlich finden werden. Wir haben ja bereits in der Karibik leidvoll erfahren, dass diese Ansagen niemals klappen, weil es immer ungezogene Leute gibt, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Und auch das kann ich vorwegnehmen, das ist hier genauso.

Wir erfahren auch, dass wir die ganze Zeit eine Rettungsweste zu tragen haben, die mit einem Seilzug aufzublasen ist. Ähnlich wie im Flugzeug. Dieses Seil dürfen wir aber keinesfalls betätigen, sondern nur wenn das Schiff kentert. Das macht auch Sinn, denn wir stellen fest, dass wenn die Westen sich im Boot aufblasen, würden wir zwischen zwei Haltestangen so eingeklemmt werden, dass wir niemals wieder rauskämen.

Auch gibt es hier leihweise Jacken, für alle, die die Ausflugsbeschreibung nicht richtig gelesen haben und nicht eigene Jacken mitgebracht haben. Natürlich haben wir die Ausflugsbeschreibung richtig gelesen und natürlich haben wir Jacken dabei. Allerdings hätten wir lieber die der Guides nehmen sollen, wie sich in Kürze herausstellen wird.

Ein oranges Schlauchboot

Nach dieser Einweisung gehen wir gemeinsam auf die gegenüberliegende Straßenseite zur Marina. Hier geht es eine ganze Ecke noch auf Holzstegen entlang von teuren Yachten bis hin zu unserem Zodiac.

Darum geht es heute also: zum ersten Mal fahren wir nicht mit irgendeinem Boot, auch nicht mit irgendeinem Schnellboot, sondern mit einem Zodiac.

Ein Zodiac ist erstmal ein Schlauchboot. Ich erinnere mich gut, dass wir als kleine Kinder immer Urlaub an der Nordsee gemacht haben. Und unser Vater hat immer ein Schlauchboot dabei gehabt. Dieses war quietschend orange und es passten genau zwei Kinder hinein. Zum Einsatz kam es im Meer so gut wie nie, dazu war das Meer zu unruhig, sondern es stand meistens in den Dünen und wir saßen darin.

Dieses Schlauchboot wurde zu Beginn des Urlaubs von unserem Vater immer in dem ewig gleichen Ritual mit einem Blasebalg aufgeblasen und dann so zum Ferienhaus hin und her getragen.

Wer sich unser Boot für heute so vorstellt, liegt allerdings falsch. Zumindest müssen wir jetzt nicht mit Blasebalg aufpusten, das Schlauchboot ist bereits aufgepustet. Es ist auch wesentlich größer als unser Schlauchboot damals im Urlaub und hat einen festen Boden. Die Boote heißen auch RIB (Festrumpf-Schlauchboot).

Vorne oder hinten?

Auf diesem Zodiac montiert sind mehrere Bänke und darauf Haltegriffe.
Der geneigte Leser darf sich das jetzt so vorstellen, dass sich Sitzbänke über fast die gesamte Länge des Bootes ziehen. Man setzt sich jetzt breitbeinig auf diese Sitzbänke wie auf ein Pferd. Hinten ist eine Lehne, vorne die Lehne des Vordermanns. An dieser Lehne sind Haltegriffe.
Viel Platz ist allerdings nicht. Es gibt schon einen Grund, warum die Gewichtsbegrenzung pro Person auf diesem Boot bei 100 kg liegt. Mehr würden einfach nicht zwischen die Lehnen passen.

Die Guides erklären uns, dass die meiste Bewegung dieser Zodiacs vorne ist. Hinten liegt es eher stabil im Wasser. Jeder darf selber entscheiden, ob er vorne oder hinten sitzen möchte.
Der geneigte Leser, der das Sicherheitsbedürfnis dieses Autors kennt, ahnt sicherlich, dass dieser für hinten plädiert. Genauso bekannt dürfte sein, dass die beste Ehefrau von allen ganz vorne sitzen möchte. Folglich gibt es einen Kompromiss: in der Mitte.

An dieser Stelle macht der Autor dieser Zeilen einen entscheidenden Anfänger-Fehler: die beste Ehefrau von allen geht vor. Sagen wir: Kompromisse sind nicht die Kernkompetenz der besten Ehefrau von allen, jedenfalls sitzen wir plötzlich in Reihe 4.
Falls dem Leser das so vorkommt, dass das möglicherweise nicht die Mitte ist, hat er nicht völlig Unrecht.

Zwei Vorteile hat allerdings diese eher vordere Reihe: hier ist das Boot noch schmaler und hier gibt es immer nur zwei Plätze hintereinander. Je weiter es nach hinten geht, werden es drei bis vier Plätze.
Und der zweite Vorteil ist die Nähe zum Meer. Wobei Nähe noch völlig untertrieben ist, es entsteht eher den Eindruck, mitten im Meer zu sein. Doch dazu gleich.

Wir surfen ja nur die Wellen!

Noch einmal versichert uns der Guide, dass wir keine Angst zu haben bräuchten, der Skipper versteht etwas von seinem Boot und würde einfach nur die Wellen surfen.

Genauso kommt es, alle Sorge ist unbegründet, zunächst fahren wir durch den ruhigen Hafen, dann auf den offenen Atlantik. Hier sind die Wellen schon höher, gefühlt so 27 bis 50 m. Ich lese später nach: in Wirklichkeit sind es 1,5 m.

Aber das geht ganz gut, der Skipper surft wie angekündigt die Wellen. Das heißt, das Brot gleitet relativ ruhig über das Meer dahin. Hin und wieder spritzt mal bisschen Gischt hinein, aber das war’s auch schon.

Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wissen Ist, dass wir im Augenblick mit dem Weltengang fahren. Dass es nachher gegen den Wellen zurückgeht und ganz anders aussieht und dann auch nichts mehr mit Surfen ist, hat bisher keiner verraten.

Keine Tiere in Sicht

Zunächst geht es auf dem offenen Meer parallel zur Insel, grob in Richtung einer vorgelagerten Insel. Es geht mal ein bisschen hierhin, ein bisschen dahin, immer fullspeed.

Auf dem Boot schauen die Guides mit großen Ferngläsern nach Delfinen und Walen. Wir erfahren, dass auch an Land Guides sind, die ebenfalls gucken und uns eine Richtung vorgeben, wenn sie etwas entdecken.

Leider entdecken sie nichts. Tatsächlich sehen wir keinerlei Meeressäuger. Das ist schade, wir hätten sie gerne gesehen, sind allerdings darauf vorbereitet, dass das passieren kann und sind mit der Einstellung daran gegangen, dass die Zodiac-Fahrt das eigentlich Interessante ist.

Bisher ist sie das noch nicht, das ist eher eine ruhige Fahrt und immer noch spritzt mal ein bisschen Gischt, das ist alles.

Aber wir haben einen schönen Blick auf Madeira, da wir immer die Küste im Blick haben. Die Insel ist bergig, meist grün. Immer wieder sind kleine Orte in die Berge eingebettet, die Häuser dann nur über Serpentinen zu erreichen.

Gegen Wind und Wellen

Dann nach einer Stunde müssen wir umkehren, denn der Weg zurück ist gefühlt weiter, als wir gedacht hätten. Der Guide eröffnet uns, dass es nun gegen die Wellen geht und es deshalb eher das Gefühl einer Achterbahn gibt. Und genauso kommt es.

Der Zodiac muss nun also gegen den Wellengang ankämpfen, der manchmal von vorne und manchmal schräg von der Seite kommt. Hinten liegt das Boot sauber im Wasser, vorne steigt es jetzt hoch. Damit fahren wir die Welle hoch, und springen dann von einer Welle zur nächsten. Oder wenn diese zu weit weg ist, wieder nach unten.
Denn wo es hoch geht, muss es auch wieder runtergehen. Zwischendurch gibt es immer mal das Gefühl, als ob wir plötzlich in der Luft stehen bleiben. Nach einiger Zeit verstehen wir, dass das das Signal ist, dass wir über den Wellen schweben und uns darauf vorbereiten müssen, dass es gleich nach unten geht. Tatsächlich fällt das Boot dann senkrecht nach unten und klatscht auf dem Wasser auf. Und Wasser kann bekanntlich hart sein. Das ist wirklich das Gefühl wie in einer Achterbahn, oder eher so, als würde man einen Sack immer wieder auf den Tisch schlagen, um die Sachen darin schön zu komprimieren.

Wir werden jedenfalls immer wieder so komprimiert. Nach einiger Zeit haben wir es allerdings raus, wann das Komprimieren beginnt und lenken mit den Beinen gegen, indem wir uns leicht über die Bank erheben. Das gleicht das Aufschlagen etwas aus.

Die Gesundheitsaspekte des Zodiac

Jedenfalls verstehen wir, warum in der Ausflugsbeschreibung stand, dass er nicht für Menschen mit Rückenbeschwerden oder für Schwangere geeignet ist. Mit Rückenbeschweren wäre spätestens jetzt eine Bandscheibe rausgeflogen oder bei Schwangeren das Kind geboren.

Natürlich gibt es auch medizinische Vorteile. Wer Nierensteine hat, kann sich sicher sein, dass diese jetzt abgegangen sind. Die beste Ehefrau von allen hat gesagt, dass ich nicht sagen soll, dass auch Hämorrhoiden-Problem hiermit gelöst sind, weil diese anschließend ausgedrückt sind. Also sage ich das nicht.

Ozean im Boot

War es auf der Hinfahrt noch so, dass gelegentlich ein bisschen Gischt über den Rand spritzte, ist es nun so, dass wir den halben Ozean aufnehmen. Immer wieder klatscht eine Welle zu uns hinein. Die Schuhe laufen voll Wasser, das Wasser sammelt sich auch auf der Bank, auf der wir sitzen und fließt danach auf der Bank so lange hin und her, bis die Unterhose es komplett aufgesaugt hat.

Den Jacken geht es nicht viel besser. Tatsächlich wären hier die regendichten Jacken der Guides doch besser gewesen. Unsere Jacken halten zwar Wasser ab, kommen aber nicht mit den Wellenmassen zurecht und saugen das Salzwasser auf.

Einen Vorteil hat das Ganze: wenn wir vorher überlegt haben, ob es durch den Wellengang passieren kann, dass jemand seekrank wird, sei zur Beruhigung des geneigten Lesers gesagt: es ist völlig unmöglich, dass man hier seekrank wird, weil man viel zu sehr damit beschäftigt ist, im Wellengang zu überleben.

Selbst Schuld, wer nicht die Wellen reitet

Nein, damit habe ich natürlich maßlos übertrieben, tatsächlich ist es so, dass das Ganze zwar durchaus anstrengend ist: ich merke es bereits in den Beinen (vom Gegenlenken gegen die Wellensprünge) und in den Armen (vom Festhalten an der Lehne). Aber das macht wirklich Spaß. So viel Spaß, wie halt eine Achterbahnfahrt macht.

Die beste Ehefrau von allen, die früher geritten ist, merkt davon nichts, und verkündet in der ihr eigenen Schadenfreude, dass Arm und Bein nur bei denen weh tun, die nicht die Welle geritten sind. Also merken: nächstes Mal die Welle reiten.

So springen wir also mit voller Geschwindigkeit von einer Welle zur nächsten und sind nach insgesamt gut 2 Stunden wieder im Hafen. Und hier sehen wir jetzt doch noch ein Tier: Ein Seehund hat sich hier in den Hafen verirrt, um ein bisschen zu schlafen. Er schwimmt jetzt ein Stück neben uns her und der Guide führt das vorher angekündigte Manöver aus: eine Seite sitzen bleiben, eine Seite aufstehen, damit jeder ein Foto machen kann. Klappt wie vorhergesagt nicht, die älteren Schweizer vor uns, die von der Weltreise der AIDAsol stammen, stehen beide auf und bleiben auch konstant stehen, bis ich dem Herrn so lange den Finger in die Nieren ramme, bis er sich hinsetzen muss. Ich behaupte nachher, dass das nur sein Nierenstein war, der jetzt abgegangen ist.

Auch der Popo ist nass

Wieder im Hafen auf den Planken der Marina sind die Beine weich. Das haben die Guides angekündigt und genauso ist es auch. Trotzdem schaffen wir es, klitschnass mit durchweichtem Popo wieder zum Bus zu gehen.
Wie gut, dass es bei 17°C nicht so kalt ist. Und es zwischendurch nicht geregnet hat. Jetzt nochmal: Haha.

Zum Glück ist unser Rucksack wasserdicht. Das hat die Werbung versprochen. Und ist genauso gelogen, wie Werbung meist ist: Die Feuchtigkeit ist auch im Inneren angekommen.

Wieder an Bord ist der erste Weg unter die Dusche. Das tut jetzt so gut, eine warme Dusche hilft, die kühle Nässe zu vertreiben und tut den Muskeln gut.

Waschmaschine kontra Salz

Danach bringen wir die gesamte Wäsche, die wir anhatten, samt Jacken, in den Waschsalon. Erfreulicherweise finden wir eine freie Maschine (genauer gesagt sind alle frei), wieder im Waschsalon auf Deck 10, den wir vor ein paar Tagen nicht in Gang bekommen haben, den wir aber jetzt mit einiger Hartnäckigkeit besiegen.
Das Salzwasser muss jetzt aus den Jacken herausgewaschen werden. Die Schuhe stellen wir zum Trocknen in den Wintergarten. Raushängen geht nicht, denn nach wie vor zieht ein Regenschauer nach dem anderen über uns hinweg.

Viel Zeit haben wir nicht mehr, denn um 18 Uhr haben wir im Churrascaria Steakhouse reserviert. Dafür haben wir heute keine Gutscheine, sondern essen à-la-carte, und das ist wieder wirklich lecker. Immer wieder beeindruckend ist die Fleischqualität. Und wie gut Rinderfilet oder Bison Top Butt Cap gebraten sind. Gegrillt nicht gebraten.

Danach schleppen wir uns auf die Kabine.
Der Tag war tatsächlich anstrengend. Früh schlafe ich ein, ich bekomme nicht mal mehr die lauten Bässe aus dem Brauhaus unter uns mit.

Die nächste Etappe sind 496 Kilometer bis Santa Cruz De Tenerife / Teneriffa. Morgen ist aber erst einmal der letzte Seetag.

Funchal


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