Von Jamaika nach Hamburg mit der AIDAluna, Atlantik 08.03.24
Es schaukelt nicht mehr ganz so sehr wie gestern, aber wir müssen Gas geben, bevor das nächste Sturmtief uns erreicht. Das ist so riesig, dass sich erneut der ganze Fahrplan ändert. Und da wir nun viel Zeit haben, beleuchten wir einmal genauer, was von der Ankündigung von AIDA zu halten ist, das größte Flotten-Erneuerungsprogramm der Geschichte zu starten.
Traumhafte Strände und Wale in Mittelamerika und Karibik
AIDAluna 2024
Da heute Nacht die Uhren umgestellt wurden, stellen wir lieber den Wecker, denn es wird noch einmal Zeit für eine Waschmaschine.
Um 8 Uhr ist es tatsächlich zu früh für die meisten und es gibt sogar noch 3 freie Waschmaschinen.
Anstoß am Frauentag
Auch das Frühstück ist ausgedünnt. Nein, nicht das Frühstück selbst, heute ist alles da, sondern die Gäste. Ob es an der Schaukelei liegt oder an der Zeitumstellung, ist nicht ganz klar.
Jetzt jedenfalls ist zu Deutschland nur noch 1 Stunde Unterschied.
Die Schaukelei ist aber eigentlich besser als gestern, empfinden wir.
Begrüßt werden wir beim Frühstück persönlich vom Galeristen mit einem Glas Sekt oder O-Saft. Weil heute der internationale Frauentag ist, bekommen die Frauen jede ein Glas und die Männer aus Gnade auch eins, damit die Frauen irgendworan Anstoß nehmen können.
Entschuldigung, Freud‘scher Fehler, ich weiß ja jetzt beim Schreiben schon, wie der Tag endet, Richtig heißt es natürlich: damit die Frauen jemanden zum Anstoßen haben.
Auch Trockner ist kein Problem, so schaffen wir es gerade so zum Vortrag von Peter Grimm. Dieser Vortrag wäre eigentlich zu A Coruña gewesen, aber das habe ich ja schon erklärt, dass wir nur Lissabon anfahren können.
Deshalb geht es heute um Lissabon, der Lektor hat den Vortrag schnell umgeschrieben.
Draußen sind zwar 16°C, aber es ist bedeckt, zeitweise regnerisch und diesig.
Deshalb heute kein Balkon.
Aber lesen, Reisebericht schreiben und die wunderschönen Aufnahmen von den Walen in Samaná bearbeiten, geht ja auch in der Kabine.
Kurz vor 15 Uhr noch der übliche Caramel Macchiato im Café Mare. Dabei eine kleine Runde “Skull King”. Ich gewinne aus Versehen, das verheißt nichts Gutes.
Deshalb schnell ablenken mit einer angekündigten Veränderung bei AIDA:
AIDA kündigt das größte Erneuerungsprogramm an
AIDA hat in den letzten Tagen „das größte Erneuerungsprogramm für die Flotte“ angekündigt, das es je gab. Dabei geht es um eine grundlegende Überarbeitung der Schiffe.
Begonnen werden soll 2025 – 2026 mit den 3 ältesten Schiffen, AIDAdiva, AIDAbella und AIDAluna.
Unter dem Namen AIDA Evolution soll es ein komplett neues Innendesign geben, die Technik soll aktualisiert werden.
Wenn AIDA dabei ankündigt, dass es mehr Restaurantvielfalt, mehr Service und Komfort geben soll, dann bedeutet das allerdings in der Regel, dass es teurer werden soll. Denn ich glaube kaum, dass es mehr kostenlose Restaurants geben wird, da werden die größten AIDA-Schiffe vermutlich Vorbild sein.
Auf der anderen Seite ist es sicher gut, mehr Restaurants zu haben, das haben wir ja auf der AIDAcosma letztes Mal sehr genossen.
Mal sehen, was AIDA an Details bekannt gibt, bis jetzt machen sie ein großes Geheimnis daraus.
Dass das Theatrium auf Deck 9 bessere Sitzgelegenheiten bekommen soll (mit Lehnen!), klingt gut. Unter mehr Activity-Bereiche für Familien kann ich mir nicht so viel vorstellen.
Auch für neue Signature-Bars habe ich noch kein Bild, Verbesserung der Nachhaltigkeit finde ich aber Klasse.
Wenig genutzte Bereiche auf dem Schiff
Aber die Frage bleibt: was soll für neue Angebote gestrichen werden. Ja, es gibt schon jetzt Bereiche, die besser genutzt werden können, wie beispielsweise der vordere Theatrium-Bereich auf Deck 11, in dem ein paar selten genutzte Service-Schalter, die weniger genutzte Time Out Bar und ein Kicker stehen.
Oder der Foto-Shop auf Deck 10. Ein Teil davon wurde in der Vergangenheit schon aufgegeben, um dort den Taschen- und Uhrenshop zu bauen. Hier ist es jetzt geändert zu einem Kiosk für Süßes, Bücher, Spielzeug, Artikel des täglichen Bedarfs.
Da ist aber noch deutlich mehr Platz, auf den ganz großen Schiffen sehen wir, dass der Fotoshop eigentlich nur Tische mit Monitoren braucht, das bekommt man auch im Theatrium vor dem Fotoshop hin.
Oder der Blumenladen hinten im Theatrium auf Deck 11, den es ja schon lange nicht mehr gibt und der nun eine Art Reisebüro oder auf anderen Schiffen eine Eisbar enthält.
Auch die Pier 3 Bar auf Deck 3 bietet Gestaltungsspielraum, hier wird sie gar nicht genutzt.
Aber das reicht kaum für all die Pläne. In der Vergangenheit haben wir ja erlebt, dass der Neubau der Almhütte auf diesen Schiffen nur so ging, dass dafür das kostenlose Buffet-Restaurant Weite Welt reduziert wurde.
Mehr Suiten und exklusive Bereiche
Weiterhin ist angekündigt, dass es mehr Suiten geben soll, das kann ja nur unter Opferung von Balkonkabinen gehen.
Und auch exklusive Bereiche für Suiten-Bucher sollen geschaffen werden, die gibt es auf der Sphinx-Klasse praktisch gar nicht. Auf den größeren Schiffen gibt es die AIDA-Lounge. Ich hatte ja zu Zeiten, zu denen wir diese exklusive Lounge noch nutzen durften, bereits vorgeschlagen, einen Teil der öffentlichen AIDA Lounge ganz vorne vor der AIDA Bar hier in eine exklusive Lounge umzuwandeln. Sollte AIDA diesen Vorschlag übernehmen, freue ich mich wieder über die Tantiemen!
Nun, wir werden sehen.
Kleine Bemerkung am Rande:
Die AIDAluna war mal das erste Schiff, mit dem wir 2012 eine Kreuzfahrt gemacht haben.
Nach Abschaffung der ganz kleinen AIDA-Schiffe gehört sie jetzt zu den kleinsten Schiffen der Flotte. Wobei wir diese Größe immer geschätzt haben, nicht zu klein, um nicht überall familiär mit eingebunden zu werden, nicht zu groß, um in der Masse zu ersticken.
Besonders mögen wir den vorderen Bereich auf Deck 14, denn dort sind die Fenster, die die Reling bilden, nur halbhoch, so dass man schön darüber gucken und im Wind stehen kann. Das ist bei den Schiffen eine Nummer größer anders, da sind die Fenster überkopfhoch.
Portsmouth statt Cherbourg und Dover
Am Spätnachmittag gibt es dann die nächste Durchsage des Kapitäns.
Das zweite Sturmtief wird uns immer mehr einholen, so dass wir doch schon in den frühen Morgenstunden in Lissabon einlaufen werden.
Da das neue Tief größer als Europa ist, wird es dauern, bis es über uns weggezogen ist, deshalb werden wir Lissabon nicht abends verlassen, sondern erst am nächsten Morgen.
Alle französischen Häfen kommen nicht in Frage, warum genau sagt er nicht. Aber damit entfällt Cherbourg.
Und auch Dover entfällt, dafür wird Portsmouth angefahren. Da waren wir auch noch nicht, aber wenn wir an das ganze Theater denken, das die Engländer mit dem Identitäts-Check machen, wäre uns Cherbourg lieber gewesen.
Naja, ist nicht zu ändern.
Die Almhütte ist fest in bayrischer Hand
Apropos Almhütte, um 18 Uhr probieren wir die Almhütte aus. Die Laugenstange mit Schmalz ist lecker, der Burger mit Bavaria Blu schmeckt zwar originell, ist aber zu trocken.
Insgesamt gefällt uns die Almhütte nicht wirklich, denn es ist uns zu gewaltsam auf bayerisch gemacht. Die Gerichte alle namentlich daran angepasst, die Musik zu klischeehaft und viel zu laut. Unterhalten geht jedenfalls nur mit Anschreien.
Deshalb lieber noch ein Cocktail in der AIDA Bar. Dabei eine Runde “SkyJo”. Das läuft ganz gut, ich verliere Runde um Runde, kann mich dann immer so 2 – 4 Punkte vor Schluss halten. Und gewinne dann durch ein erneutes Versehen noch einmal. Und das am internationalen Frauentag. Den Makel werde ich nie wieder los. Da ist es wieder, das Anstoß-Nehmen von heute Morgen.
Schon in der AIDA Bar merken wir, wie das neue Sturmtief näher kommt und die Schaukelei immer mehr zunimmt.
Macht nichts, morgen sind wir dann in Lissabon.
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