Große Mittelmeer-Reise ab Mallorca 1 mit der AIDAcosma, Palma de Mallorca 07.09.24

Obwohl wir endlich mal wieder mit allen Kindern unterwegs sind, beginnt unsere neue Kreuzfahrt derart unspektakulär, dass ich schon befürchte, dass ich gar nichts zu schreiben habe. Aber dann kommt AIDA und natürlich gibt es dann etwas zu berichten. Wortreich wie gewohnt und nicht weniger detailliert.


Bilder folgen hier in Kürze

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SCHIFF JAHR

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Über Wochen haben wir dieser Reise entgegengefiebert: Zum ersten Mal seit langem fahren wir mit allen Kindern gemeinsam auf Kreuzfahrt.

Kurz vorher steht die ganze Reise noch einmal infrage, über dies weniger schöne Erlebnis berichte ich vielleicht morgen am Seetag.

Pünktlich durch die Nacht

Jetzt jedenfalls geht es doch los. Nach den letzten Vorbereitungen haben wir 2 Stunden geschlafen, denn um 1 Uhr klingelt der Wecker.

Die Reste einpacken, das Auto füllen und pünktlich nach Plan kommen wir um 2 Uhr los.
Es ist noch stockdunkel, deshalb ist in den ausgedehnten Waldgebieten um Hannover langsame Fahrt bei möglichen Wildwechsel sinnvoll.
Es passiert aber nichts und so laufen wir vor 3 Uhr ins Parkhaus am Flughafen Hannover ein. Dicht gefolgt von den Kindern, die erstaunlicher Weise ebenfalls pünktlich losgekommen sind.

Wir fliegen alle ab Hannover, nur unsere Älteste fliegt ab Düsseldorf, etwa zeitgleich mit uns.
Das Parkhaus haben wir vorgebucht und anders als letztes Mal hier, kommen wir problemlos mit dem QR-Code durch die Schranke.
Ein Schild an der Einfahrt besagt, dass man auch nur mit Vorbuchung einfahren kann. Tatsächlich ist es erstaunlich voll für diese Zeit außerhalb der Ferien.
Fast oben finden wir einen Stellplatz und dann gehen wir gemeinsam zum Terminal.

Gescheitertes Vordrängeln

Anders als sonst fliegen wir ab Terminal A, ganz am anderen Ende.
Das ist allerdings relativ, denn Hannover ist ja ein eher kleiner Flughafen. Während wir hier am anderen Ende noch erschöpfungsfrei ankommen, hätten uns in Frankfurt schon die Schuhe gequalmt.

Eingecheckt haben wir bereits vor 3 Tagen per App, was besonders deshalb wichtig ist, um gemeinsam sitzen zu können.
Da es hier aber keine speziellen Schalter nur für Kofferabgabe (baggage drop off) gibt, müssen wir uns an den normalen Check-In-Schaltern anstellen.
Davon gibt es 3 Schalter, zwei sind für alle und einer für Priority. Wir stellen uns am mittleren Schalter an, was den Vorteil hat, dass die Schlange schneller abbaut, weil der Priority-Schalter Gäste rüberwinkt, wenn sonst nichts zu tun ist.

Das versucht eine Gruppe auszunutzen, die sich von ganz hinten dem gerade leeren Priority-Schalter nähert, scheinheilig fragt, ob das die Eurowings-Schalter sind (was groß drübersteht) und da sie schon mal da sind, auch gleich drankommen möchten. Zum Glück kommen die damit nicht durch und dürfen nach hinten zurück.

Solche Versuche sind auch albern, denn insgesamt geht das Ganze mit wenig Wartezeit sehr schnell.

So richtig gar nichts gefunden

Genauso an der Sicherheitskontrolle. Hier erstaunt vor allem, dass diesmal wirklich keins der Kinder irgendwelche verbotenen Gegenstände bei sich hat und so sind wir bereits um 4 Uhr am Gate.

Wie immer vergeht auch die Zeit des Wartens auf das Boarding, wie immer steht lange vorher eine lange Schlange vor dem Schalter, wie immer stellen wir uns erst an, als die Schlange abgebaut ist und wie immer sind unsere gebuchten Plätze auch wirklich für uns freigehalten.

Auch der Flug lässt uns völlig in Ruhe

Fast pünktlich geht es los zum Flug über 2 Stunden und 20 Minuten nach Palma de Mallorca.

Der Flug ist völlig ereignislos, so lieben wir Kandidaten mit natürlicher Höhenskepsis das.

Vielleicht auch schon zu ereignislos. Es gibt hier zwar jede Menge Flugbegleiterinnen, aber außer dass einmal eine Mitarbeiterin mit dem aufgeklappten Duty-Free-Katalog durch den Mittelgang geht und hofft, dass sie nicht versehentlich Augenkontakt bekommt (was auch nicht passiert, wie fast immer kauft niemand etwas. Da ist es schon schlau, gar nicht mehr den Wagen mit den Produkten erfolglos durch den Mittelgang zu schieben. Vermutlich ist der auch gar nicht an Bord, das spart Gewicht und damit Sprit), passiert schlicht gar nichts.
Vor einigen Jahren war es noch so, dass zumindest die AIDA-Gäste noch Essen bekamen, selbst auf kurzen Strecken. Das wurde dann irgendwann abgeschafft.
Aber zumindest Wasser oder Kaffee mit der Möglichkeit harte Sachen wie Cola dazuzukaufen, gab es noch lange.
Heute nun wird gar nichts mehr gereicht.

Dadurch schlummern wir den ganzen Flug durch, wir sind richtig müde. So richtig schlafen geht nicht, immer sackt der Kopf weg, das ist zu unbequem. Außer für die beste Ehefrau von allen, die schafft es tatsächlich, über Hannover einzuschlafen und über Mallorca aufzuwachen.

Verpasst aber dadurch den Sonnenaufgang über den Wolken, ein wunderschönes Farbenspiel.

Die Koffer-Ankomm-Skepsis

Bei Landung ist es auf Mallorca noch diesig, die Sonne geht erst noch auf. Trotzdem ist es schon schwülwarm bei später 30*C.

Der Flughafen in Palma ist riesig, bis wir endlich an den Kofferbändern ankommen, beginnen diese auch schon zu laufen. Und alle unsere 7 Koffer sind mit bei den allerersten. Sehr zur Freude der besten Ehefrau von allen. Das ist nämlich bei uns gut verteilt: ist es bei dem Autor dieser Zeilen eher eine natürliche Höhenskepsis, hat die beste Ehefrau von allen eine immerwährende Koffer-Ankomm-Skepsis.

Bis hierhin war es damit die bisher komplikationsloseste Anreise ever.

Auch die Shuttle-Busse stehen schon bereit. Für uns wird ein neuer Bus aufgemacht, dieser schnell gefüllt und dann geht es schon los in 20 Minuten zum Hafen.

Die AIDAcosma liegt am neuen Terminal im seeseitigen Teil des Hafens, gemeinsam mit einer Reihe Fähren.
Im stadtseitigen Teil des Hafens liegt heute nur eine weitere Fähre und als einziges weiteres Kreuzfahrtschiff die Queen Victoria.

Auf der Überholspur

Wie immer ist es schon sehr beeindruckend, die riesige AIDAcosma das erste Mal auf einer Reise in der Sonne wie ein Hochhaus auftragen zu sehen.
Wobei es für uns nicht die erste Fahrt mit der Cosma ist, zuletzt hat sie uns durch den Suezkanal gebracht und wir hatten viel Zeit, das Schiff zu erwandern und einen Film der öffentlichen Decks zu machen. Das allererste Mal ist uns diese beeindruckende Größe allerdings hinterm Deich auf der Ems aufgefallen, als wir die Überführung von der Werft begleitet haben.

Nun sind wir jedenfalls am Schiff. Das heißt, noch nicht ganz, denn nun fängt der Stau an. Am Terminal darf immer nur ein Bus entladen, und so stehen wir hier in einer Schlange von 5 Bussen. Das dauert nun, und all die Wartezeit, die wir heute an den Flughäfen nicht hatten, holen wir nach.

Irgendwann ist unser Bus dran und wir können ins Terminal.
Offensichtlich sind nicht viele Vielfahrer anwesend, denn die Schlange vor dem Check-In ist lang. Aufgrund unserer Clubstufe dürfen wir aber die Überholspur nutzen und sind zumindest im Moment die einzigen, die – verfolgt von bösen Blicken – an allen vorbeiziehen und auch sofort auf 4 Check-In-Tische verteilt werden.

Auch dieser Check-In geht rasant, es werden nur noch Fotos von Personalausweis und Gast gemacht, die Kabinennummer auf den “Käpt’ns Kompass” (eine Erstinformation mit den wichtigsten Schiffs-Details) geschrieben, das war’s.
Damit können wir dann zur Bordkartenausgabe, die nach Decks sortiert ist.
Das geht auch zügig. Überall, außer bei unserem Deck. Diese Mitarbeiterin hat ein unbekanntes Problem und es bildet sich eine lange Schlange, die dann nur mit dem Zustrom weiterer Mitarbeiter abgebaut werden kann.

Dann geht es nochmal durch den Sicherheits-Check, auch das geht zügig, und dann sind wir endlich an Bord.

In Gruppen ins Restaurant

Unser erster Weg geht zum East Restaurant.
Hier haben wir uns verabredet, aber einige wollen erst in die Kabine und dadurch kommt es zu Kommunikationsproblemen, die dazu führen, dass wir in unterschiedlichen Restaurants essen.

Das kommt so, dass im East alle Tische belegt sind. Also wandern wir weiter zum Bella Donna Restaurant gleich dahinter. Dort finden wir einen großen Tisch und legen los. Natürlich schreiben wir allen anderen den Restaurantwechsel per Signal. Der Empfang auf dem Schiff ist aber nicht gut und in den Innenkabinen gleich null. Und so bekommen die Kabinengeher, die also besser gleich mitgekommen wären, das nur verzögert und reservieren einen jetzt frei gewordenen Tisch im East. Als sie die Info bekommen, meinen sie, dass das Bella Donna auch bereits geschlossen ist. Was daran liegt, dass es hier einen Nebeneingang gibt, der tatsächliche mit Gittern versperrt ist. Während der Haupteingang frei ist.

Jedenfalls essen wir also nun in drei Gruppen. Die dritte Gruppe wird von unserer Ältesten gestellt, die nun auch aus Düsseldorf angekommen ist, pünktlich zur Restaurant-Schließung. Aber da das Yachtclub Restaurant noch geöffnet ist, findet sie dort auch alles.

Und alles ist wörtlich zu nehmen:
Vor allem bin ich dem geneigten Leser natürlich schuldig, von dem anwesenden Lachs zu berichten. Der ist da, ich habe einen erheblichen Nachholbedarf, und das passt gut zusammen. Zumindest soviel wie reinpasst.

Das erste Frühstück auf dem Schiff – das ist traditionell eines der schönsten Momente. Heute auch. Und wir genießen es!

Erst einmal schlafen

Die meisten der Kabinen sind schon frei. Eigentlich erst ab 16 Uhr, aber hier passt es jetzt schon.
Wie schön für uns:
Wie gehen in die Kabine, bewundern das große Bad und den riesigen Balkon – und liegen schon auf dem Bett und schlafen tief und fest.

Das tut so gut!

Rechtzeitig zum Kaffee sind wir wieder wach und da stehen beide Koffer bereits vor der Tür, das kommt der eben genannten Koffer-Ankomm-Skepsis erheblich entgegen.

So richten wir uns erst einmal wohnlich ein und sind damit richtig eingezogen in unserem Zuhause für 2 Wochen. Herrlich!

Zum Kaffee gibt es den aus den letzten Berichten bekannten Caramel Macchiato im Café Mare. Diesmal schnell und unkompliziert, nicht typisch für unserer bisherigen Erfahrung auf der Cosma.

Sicherheitsrelevante Einschränkung der Sicherheitseinweisung

Dann kommt die Sicherheitseinweisung. So schön es ist, dass diese so viel unkomplizierter geworden ist als früher, so sehr muss ich heute doch einen Tadel an AIDA aussprechen. Nun mag mich der geneigte Leser für einen Pinschieter halten, aber genau dafür bin ich ja da. Was wäre ein detaillierter Reisebericht ohne die unschönen Details!

Erstmal ist alles leicht: Jeder muss sich auf dem Handy oder am Fernseher einen Sicherheitsfilm ansehen. Das geht unkompliziert, wenn man die Einwahl nach Anleitung geschafft hat. Diese erfolgreiche Online-Fortbildung wird registriert und damit ist die Hälfte der Sicherheitseinweisung (die deshalb auch nicht mehr “Rettungsübung” heißt), absolviert.

Die andere Hälfte ist das Anlegen der Rettungsweste und damit dann Erscheinen auf der jeweiligen Rettungsstation. Dort die Karte einlesen lassen, damit dokumentiert jeder, dass er den Weg zu seiner Rettungs-Station gefunden hat.

Zumindest theoretisch. Denn dort, wo unsere Station wäre, ist genau gar nichts. Ein Stück um die Ecke ist ein Schild, dass zwei Stationen zu einer Station zusammengelegt sind und dort auf der anderen Station können wir dann unsere Karte einlesen.
Und genau das halte ich für sicherheitsrelevant. Denn Gäste, die nicht so erfahren sind wie wir, finden nun im Notfall vielleicht die andere Station wieder, nicht aber die Station, bei der sie sich eigentlich sammeln müssen.

Das ist vermutlich personalsparend so ausgearbeitet, halte ich aber für falsch.

Wenn dieser Blog bezahlt wäre, könnte ich jetzt behaupten, dass ich fürs Klugscheißen bezahlt werde. Aber warum sollte es mir hier besser gehen als im Hauptberuf.

Erfolgreicher Restaurant-Marathon

Zum Abendessen treffen wir uns im Fuego Restaurant. Dort gibt es traditionell einen Burger am ersten Abend und der ist durchaus gut.

Im Anschluss folgt ein wahrer Restaurant-Marathon, der heute in einem wichtigen Tipp für den geneigten Leser mündet.

Bei unserer Suez-Kanal-Fahrt habe ich nicht unterlassen können, dem Leser eine wichtige neue Erkenntnis mitzuteilen: hatten wir vorher aufgrund der geringeren Passagierzahl immer die kleinen Schiffe bevorzugt, haben wir dort die Vorzüge der ganz großen Schiffe AIDAcosma und AIDAnova kennengelernt. Was ganz klar zu dem Fazit führte, dass wir auch diese mögen.

Das ist vor allem in der großen Restaurant-Vielfalt begründet. Insbesondere in den Spezialitäten-Restaurants hatten wie so viele leckere Sachen gefunden, dass wir das jetzt auch den Kindern präsentieren wollen.

Spezialitäten-Restaurants sind bei AIDA Bedien-Restaurants, bei denen das Essen inklusive ist, die Getränke aber bezahlt werden müssen.
Und davon gibt es hier auf der Cosma 6 Restaurants.

Nun kann man bereits vor der Reise online im Reiseportal die Restaurants buchen. Das hatten wir auch vor, aber aufgrund der ungeahnt großen Nachfrage nach dieser Reise ist es uns nur gelungen, in einem einzigen Restaurant einen Tisch zu reservieren.

Das führt dazu, dass wir jetzt gleich am ersten Abend, wo die Restaurantleiter vor ihren Restaurants stehen, alle Restaurants ablaufen und einen Tisch für 8 Personen reservieren.
Tatsächlich gelingt das bei jedem Restaurant. Zusätzlich auch im Churrascaria Steakhouse, einem der 4 kostenpflichtigen À-la-carte- Restaurants.

Wie das kommt, erklärt uns einer der Restaurant-Leiter: online wird immer nur die Hälfte der Kapazität angeboten. Damit es eben nicht passiert, dass Leute frustriert an Bord kommen und alles weg ist.
Also Tipp: immer gleich am ersten Abend reservieren, dann ist die Vielfalt noch gegeben.
Das muss nicht zwingend persönlich sein, das geht auch im AIDA-Bordportal hier an Bord, allerdings nicht für 8 Personen.

Alles kriegen wir nicht mehr mit

Derart erfolgreich treffen wir uns beschwingt an unseren neuen Hotspot, der Art Bar zu einem Begrüßungs-Cocktail. Darüber berichte ich denn an den nächsten Tagen noch genauer.

Heute jedenfalls ist für uns Schluss, wir fallen ins Bett, von der Rettungsübung (die nur noch für Besatzung und diejenigen verpflichtend ist, die die Sicherheitseinweisung versäumt haben) und dem verspäteten Auslaufen um 22:30 Uhr hören wir nur die Auslaufmelodie im Halbschlaf.

Die erste Etappe sind 626 Kilometer bis Cagliari / Sardinien.
Morgen ist aber erst einmal Seetag.

Palma de Mallorca


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Ein Tag in der AIDA Bar
Grüße an den Kapitän aus dem Krankenhaus