Kanaren & Madeira ab Gran Canaria mit der AIDAcosma, Funchal / Madeira 03.02.25
Funchal zu Fuß haben wir bereits mehrfach genossen, heute geht es in einer Gruppe mit Elektroflitzer und Guide durch die Stadt. In einer kleinen Gruppe. Sehr klein. Und das macht Spaß, sowohl das Düsen mit dem spritzigen Auto als auch das Ansehen der Stadt und Nachbarorte.
Bilder folgen hier in Kürze
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SCHIFF JAHR
Deutlich früher als ursprünglich geplant legen wir in Funchal an. Dafür werden wir auch länger bleiben.
Der Kapitän hat das gestern in seiner üblichen Durchsage mit “operativen” Gründen begründet, ein Wort, das AIDA für alles Mögliche nutzt und das so nichtssagend ist. Damit vermeidet AIDA das Problem zu erläutern, was in der Regel auch nicht geschieht.
In der Prime Time gestern Abend hat der Kapitän das dann aber doch erklärt: es liegt an der Azura, ein Schiff der P&O Reederei, die auch zum Carnival Konzern gehört, wie AIDA. Diese hat ein logistisches Problem und muss deshalb früher als geplant anlegen, damit die Koordination mit dem Flughafen noch klappt. Wenn aber die Azura vor uns anlegt, passen wir nicht mehr in den Hafen. Deshalb sind auch wir früher und dann passt alles. Geplant war ursprünglich 7 Uhr fest. Angelegt sind wir nun bereits um 5:30 Uhr.
Es gibt ein frühes Frühstück
Obwohl wir früh eingeschlafen sind, obwohl wir gut geschlafen haben, obwohl wir fünf Minuten vor dem Weckerklingeln aufwachen, sind wir immer noch müde. Ja, das stellen wir immer wieder fest, dass nach einem nächtlichen Flug wir doch noch länger brauchen, um wieder zu regenerieren.
Heute gehen wir ins Marktrestaurant zum Frühstück. Anders als auf der letzten Fahrt auf der AIDAperla schafft es AIDA hier tatsächlich, die Restaurants auch früher zu öffnen, wenn das Schiff früher anlegt. Das hatten wir ja auf der letzten Fahrt kritisiert, dass egal wie früh wir irgendwo angelegt haben, egal wie früh Ausflüge losgingen, die Restaurants immer zur gleichen späteren Zeit geöffnet wurden. Dadurch hatten viele nicht die Möglichkeit, vor dem Ausflug noch zu frühstücken, es sei denn beim Frühaufsteher-Kaffee. Auch hier gibt es den Frühaufsteher-Kaffee verteilt auf zwei Bars, nämlich an der Ocean und der Pool Bar.
Das benötigen wir aber nicht, das Markt Restaurant macht bereits um 6:30 Uhr auf, wir sind ab 7 Uhr da. Da ist es schon ganz schön voll, viele Tische sind besetzt, aber wir finden noch einen Vierertisch. Das Essen tut wieder richtig gut, Lachs ist reichlich da und schmeckt lecker.
Heute mal nicht zu Fuß
Auf Madeira waren wir ja schon 6 Mal, sind hier aber immer zu Fuß gegangen. Das kann man auch gut machen, man muss nur einmal um den Hafen herum, dann immer an der Promenade entlang, in wenigen Minuten ist man an einem wunderschönen Park, ein Stück weiter dann in der Innenstadt.
Wir können uns nicht erinnern, ob das bei den letzten Malen auch schon war, aber AIDA setzt hier Shuttlebusse ein. Das Tagesticket kostet 8 €, die Busse enden an der Seilbahn. Das halten wir für völlig überteuert, da ja gut zu Fuß erreichbar. Außer vielleicht für Geh-eingeschränkte Menschen.
Heute ist unser Plan, mal nicht zu Fuß zu gehen, nicht den Park zu besuchen, nicht die Seilbahn zu fahren. Heute ist der Plan ein ganz anderer, nämlich mit einem Elektroflitzer die Insel zu erkunden. So etwas haben wir noch nie gemacht. Elektroauto fahren schon, das ist ja unser Alltag, aber in einer Gruppe Autos mit Audio-Guide die Insel zu erkunden, ist für uns neu. Wir sind gespannt, was das wird.
Zunächst schauen wir von unserem Balkon auf die gegenüberliegende Stadt, die in die umliegenden Berge hineingebaut ist. Vor uns die Promenade, deren Entstehung wir über viele Jahre begleitet haben, zuletzt vor 10 Jahren.
Die Gruppe ist kleiner als gedacht
Treffpunkt ist um 10 Uhr bei den Ausflugsbussen. Wie immer sind wir zeitig unterwegs, gehen schon einmal auf Deck 8, um herunterschauen zu können und unser heute gemietetes Auto schon einmal zu entdecken. Dabei sehen wir genau zwei von diesen grünen Elektroflitzern unter uns stehen. Könnte also sein, dass es ein kleiner Ausflug wird.
Frühzeitig stehen wir vor dem Schiff und finden den AIDA Guide mit unserem Ausflugsschild. Diese freut sich sehr, uns zu sehen, denn damit ist der Ausflug vollzählig. Wir sind die einzigen Teilnehmer. Auch mal etwas neues. Bei den zwei Elektroautos, die wir schon von oben gesehen haben, wartet bereits der einheimische Guide. Maria spricht Englisch und wird uns leiten. Der Plan ist, dass sie immer vor uns herfährt und wir brav hinterher.
Erst das Auto kennenlernen
Zunächst gibt es eine Einweisung: der Wagen ist etwas kleiner als ein Smart, hat zwei Sitze. Nebeneinander, nicht hintereinander wie beim Twizy. Er ist grasgrün und oben offen. Die Windschutzscheibe ist halbhoch und oben befinden sich Überrollbügel. Irgendwie quetschen wir uns auf die Plastiksitze und versuchen das Auto kennenzulernen. Statt Lenkrad gibt es einen Lenker wie beim Fahrrad, das Gas ist der rechte Griff. Wie beim Motorrad. Bremse ist ein normales Fußpedal. Blinker ist ein Schalter, der nach rechts und links zu bewegen ist, irgendwo ist noch ein Schalter, mit dem man zwischen N, D, R hin- und her-schalten kann. Wo der ist, haben wir aber erst einmal vergessen, hoffen wir, dass wir nicht rückwärts fahren müssen. Hinten ist ein großer Kofferraum, da hinein geben wir unseren Rucksack, auf den Sitzen wäre auch kein Platz.
Dann geht es los, als erstes gilt es, sich an das Auto zu gewöhnen. Ein Gefühl für das richtige Gas zu bekommen, für die richtige Bremsstärke, für das Bewegen des Lenkers in engen Kurven.
So lernen wir sehr schnell das Spiel mit Gas und Bremse. Das funktioniert gut nach dem Gas geben. Allerdings fährt der Wagen nur sehr langsam an, besser ist, auf der Bremse zu stehen, schon einmal Gas zu geben, dann die Bremse loszulassen. Dann flitzt der Wagen flott voran.
Den Lenker in Kurven zu bewegen, ist recht gewöhnungsbedürftig, ebenso der Blinker. An irgendeiner Ampel winkt uns Maria an, weil wir den Blinker angelassen haben. Was sie nicht sieht, ist, dass sie den Blinker ständig anlässt und vergisst auszuschalten.
Der Wind weht um die Nase
Da der Wagen oben offen ist, weht uns der Wind ordentlich um die Nase. Es war also schlau, die Jacke mitzunehmen. Es scheint zwar die Sonne, aber es sind nur 17°C. Im Laufe der Fahrt bezieht es sich immer mehr und wir befürchten schon einen Schauer, zum Glück kommt der aber nicht.
Im Wagen ist ein Tablet befestigt, das die Route zeigt und uns als Audio-Guide die Erklärung zu dem gibt, was wir sehen. So wie es aus Hop-On-Hop-Off-Bussen bekannt ist.
Es gibt nun zwei Möglichkeiten, diese Wagen zu mieten: Die eine Möglichkeit ist das, was wir machen: hinter einem Guide hinterher zu fahren und der Stimme im Tablet zuzuhören. Der Vorteil ist hier, nicht auf dem Tablet die Route verfolgen zu müssen und zu überlegen wo es jetzt weitergeht, sondern einfach nur dem Guide hinterher zu fahren und damit die Augen frei zu haben für die Umgebung.
Die andere Möglichkeit ist, die Tour mit dem Wagen auf eigene Faust, dann kann man dem Tablet wie mit einem Navigationsgerät folgen und kann selbst entscheiden, wo ein Stopp ist und man sich länger etwas angucken möchte.
So wie wir jetzt fahren, fahren wir an allem nur vorbei und machen im Laufe der Tour nur zwei Stopps. Dafür erfahren wir aber von Maria, wo ist die besten Tapas, das beste Restaurant und den schönsten Strand gibt.
Länger wäre kein Problem
Die Tour ist auf zwei Stunden ausgelegt, da wir so früh am Start sind, fahren wir auch früher los, als Belohnung fahren wir etwas länger. Das ist schön, trotzdem hätten wir nach anfänglichen Zweifeln sogar noch länger ausgehalten, obwohl ich sicher bin, dass das ungewohnte Lenken mit dem Lenker für einigen Muskelkater sorgen wird.
Los geht die Tour also direkt am Schiff, wir fahren dann zunächst durch Funchal, manche Strecke, die wir schon zu Fuß erwandert sind, aber eben auch kleine Gassen, die wir noch nicht kennen. Dabei geht es immer wieder mal einen steilen Berg hoch, so dass wir überlegen, ob der Wagen das überhaupt schafft. Darüber macht sich auch der Audio-Guide vom Tablet lustig, es ist aber kein Problem, so ein Elektroauto schafft jeden Berg hoch und auch runter. Runter ist es allerdings sinnvoll, kein Gas zu geben, sondern den Fuß gut über der Bremse zu halten.
Zunächst geht es durch Funchal
Wir fahren also zunächst durch Funchal, durch die Innenstadt, an der Markthalle vorbei, an der Seilbahnstation vorbei, auf bekannten Straßen und auch durch kleine Gassen. Immer mal wieder kommen wir zu Aussichtspunkten, von denen man über das Meer schauen kann. Unterwegs sehen wir jede Menge wunderschöner alter Gebäude, Palmen, Bananenplantagen.
Viele Hotels säumen die Küste. Da es vom Wasser immer etwas steil nach oben geht, haben so alle Hotels die Möglichkeit, Meeresblick zu bieten. Das ist alles sehr modern, sehr schön, hier ist nichts von Verfall zu sehen.
Spaziergang im Fischerort
Von Funchal aus geht es an der Küste entlang nach Westen in den Fischerort Câmara de Lobos. Dort machen wir eine halbstündige Pause am Hafen.
Hier kann man sehr nett in kleinen Restaurants sitzen und auf den Hafen schauen. Wir gehen aber an den Restaurants vorbei auf eine Plattform am Hafen, von der aus wir schön auf die kleine Hafenbucht schauen können, auf das gegenüberliegende Ufer und auf das Meer.
Ein paar Treppenstufen höher sind wir dann schon auf der anderen Seite der Bucht und können an einer Steilküste entlang gehen. Bis zu Treppen die sehr hoch hinauf führen um den restlichen Ort zu erkunden. Ein Stück weiter ist dann ein langgezogener Kiesstrand zu sehen.
Hinter dem Hafen schauen wir auf einen großen Berg, Estreito de Câmara de Lobos, das wichtigste Anbaugebiet für den Madeirawein. Auch zu einer Seilbahn kann man hier gelangen, zu all dem ist aber nicht genug Zeit.
Zwischen Naturpool und Strand
Weiter geht es dann wieder an der Küste entlang zurück Richtung Funchal, der zweite Stopp ist am Piscinas Naturais da Doca do Cavacas, einen Naturpool, in dem man für Eintritt (5,90 € pro Erwachsenen, 2 Liegen und Schirm nochmal 5,40 €) sehr schön geschützt baden kann.
Der Parkplatz ist über dem Pool, auf Stufen geht es nach unten. Am Pool vorbei kommt man noch zu einer Aussichtsplattform und zu einem beleuchteten Tunnel, der in den Fels hineinführt.
Dahinter befindet sich noch ein langgezogener schwarzer Kiesstrand, der Praia Formosa, der zu den schönsten Stränden Madeiras gehört.
Zurück geht es dann wieder zwischen Hotels bis zum Hafen.
Das hat Spaß gemacht, zum Erwandern ist der Weg deutlich zu weit, und das Fahren mit dem Elektrowagen ist spritzig und lustig.
Karamell auf dem Balkon
Zurück am Schiff setzen wir erst einmal den Karamellplan von gestern um. An der Loge 7 Bar holen wir uns einen Latte Macchiato. Nun haben wir die Wahl, im Theatrium sitzen zu bleiben und den Showproben zuzusehen oder auf dem Balkon zu gehen und die Karamellkekse zu naschen. Letzteres ist natürlich viel zu verführerisch und deshalb entscheiden wir uns für den Balkon, trinken dort in Ruhe unseren Kaffee und haben wieder einen schönen Blick über Funchal.
Inzwischen hat es sich deutlich bezogen und in den umliegenden Bergen hängt der Nebel. Es bleibt aber weiter trocken. Die Frage, die noch offen ist, ist ob wir nun der Rest des Tages hier verbringen, oder ob wir noch einmal Lust haben hinauszugehen. Mal sehen.
Erst einmal lesen wir oder schreiben (sprechen) den Reisebericht. Noch sind die Eindrücke frisch.
Frisch wird es dann auch auf dem Balkon, so dass wir uns zum Aufwärmen in die Kabine zurückziehen müssen. Damit ist die Entscheidung gefallen: Kein Spaziergang mehr, es ist auch nicht mehr so lange bis zum nächsten Termin.
Heute ist das Ocean‘s wieder richtig gut
Um 18 Uhr haben wir im Ocean‘s – Das Fischrestaurant reserviert. Die Erfahrungen sind bisher gemischt und nun geben wir dem Restaurant noch eine Chance.
Das erste Mal, dass wir hier waren, war wirklich lecker. Das letzte Mal hat uns gar nicht gefallen. Nicht nur, dass wir das Essen nicht so gut fanden, wir saßen auch richtig doof an einem Zweiter-Tisch, eingeklemmt zwischen Vierer-Tischen. Eingeklemmt ist wörtlich zu nehmen, es war fast nicht möglich aufzustehen, ohne mit dem Hintern den Nachbartisch leerzufegen. Zudem fühlten wir uns von den Kellnern gehetzt und abgefertigt.
Heute ist es wieder ganz anders: der Kellner ist ausgesucht freundlich. Wir sitzen zu zweit an einem Vierer-Tisch gegenüber vom Buffet, kein Tisch neben uns. Wir haben Zeit und Muße.
Das Ocean‘s gehört zu den Spezialitäten-Restaurants. Das bedeutet, dass das Essen inklusive ist, nur die Getränke müssen bezahlt werden.
Hier ist noch die Besonderheit, dass es À-la-carte gibt plus großes Buffet. Und jeder kann machen was er will: beliebig viel aus der Karte bestellen, auch mehrere Vorspeisen, Nachttische oder Hauptspeisen. Und zusätzlich noch das Buffet leerräumen.
Natürlich lassen wir uns das nicht zweimal sagen. Von der Karte bestellen wir Tatar vom Lachs, Aal-Rauch-Matjes auf Kartoffelpuffer, Hamburger Pannfisch, Tagliatelle aus dem Wok mit Krabbenfleisch, Crème Brûlée, Mandarinencreme.
Und holen uns vom Buffet noch frischen Salat, Obst, Smørrebrød mit verschiedenen Matjes-Belägen, Nachtisch.
Und diesmal ist alles wieder richtig lecker, beste Fischqualität und sehr dekorativ angerichtet.
Offensichtlich geht das nicht nur uns so, denn wir beobachten, dass die Köche ununterbrochen neues Smørrebrød bringen müssen.
Danach gehen wir in den Schlafmodus, denn “Wer wird Millionär” statt Show interessiert uns nicht.
Ablegen ist erst gegen 23 Uhr, das erleben wir nicht mehr wach.
Die nächste Etappe sind 489 Kilometer bis Santa Cruz De Tenerife / Teneriffa. Morgen ist aber erst einmal Seetag.
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