Große Mittelmeer-Reise ab Mallorca 1 mit der AIDAcosma, Cagliari 09.09.24
Wir lernen in jedem Hafen noch dazu und so schaffen wir es auch heute, die Fahrt zu „unserem“ Strand in Cagliari noch zu optimieren. Und werden wieder belohnt mit herrlichem Wasser an sauberen Strand gut geschützt trotz Wind. Ganz so steil ist die Lernkurve beim Mai Tai aber nicht.
Bilder folgen hier in Kürze
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SCHIFF JAHR
Vielleicht sollten wir heute lieber an Bord bleiben, das ist sicherer. Oder auch nicht, wie der Abend zeigt.
Saft-Schweinerei
Denn unser erster Gang geht wie immer zum Frühstück, diesmal pünktlich um 7 Uhr zur Öffnungszeit des Bella Donna Restaurant. Da sind wir beide zunächst fast alleine und das ist ein herrlich ruhiges Frühstück.
Bis ich den Orangensaft hole. Der erste von zwei Automaten spuckt nur Waser aus. Der zweite spendet zwar Saft, aber das Ablaufgitter, auf das die Gläser gestellt werden, hängt nicht richtig ein und bricht nach unten weg. Schöne Schweinerei. Wenn das heute so weitergeht, ist das ein Tag, den man lieber im Bett verbringen sollte.
Wogegen nichts spricht, wenn wir den reinen Erholungswert betrachten. AIDA hilft uns auch dabei, denn auf dieser Reise legen wir in allen Häfen recht früh wieder ab. Was nicht gerade dabei hilft, wenn man auf eigene Faust unterwegs sein möchte und vielleicht nach Rom fahren möchte. Mal sehen, wie wir das lösen.
Nach Rom fahren wir heute nicht, das wäre auch arg aufwändig, denn wir sind seit 7:30 Uhr zwar in Italien, aber nicht am Festland, sondern auf der zweitgrößten Mittelmeerinsel, auf Sardinien.
Aufbruch zum schönen Poetto Strand
Sardinien hat ja zwei Anlaufstellen für Kreuzfahrtschiffe, nämlich Olbia und Cagliari. Beides kennen wir, häufiger waren wir in Cagliari. Da sind wir heute auch.
Seit wir entdeckt haben, wie leicht man vom Kreuzfahrthafen zum schönen Strand kommt, ist das der Ausflug, den wir immer wieder gemacht haben. Da wir finden, dass wir uns nach all der Aufregung der letzten Wochen Strand verdient haben, ist das auch der Plan für uns heute.
So richtig lange wird das nicht gehen, da wie gesagt das Schiff früh wieder ablegt, “alle Mann an Bord” ist bereits um 15:30 Uhr, der letzte Shuttle geht sogar schon um 15 Uhr.
Punkt 10 Uhr verlassen wir das Schiff. Den weiteren Verlauf zum schönen Poetto Strand hatte ich schon mehrfach geschildert, aber es gelingt uns jedes Mal noch eine Verbesserung. Dieses Mal betrifft es das Buchen der Bus-Tickets.
Zunächst steigen wir vor dem Schiff in den kostenlosen Hafen-Shuttle ein. Dieser ist verpflichtend, denn zu Fuß darf niemand den Hafen durchqueren.
Dann geht es einen Fußweg entlang zur großen Straße Via Roma.
Hier ist nach links der große Bus-Bahnhof, an dem aber weiter eine große Baustelle ist und die Straße nicht gefahrlos überquert werden kann.
Deshalb folgen wir der Straße 200 Meter bis zur nächsten Bushaltestelle, dort ist eine Fußgängerampel.
Hier müssen wir nun eine Weile warten, bis ein Bus kommt. Geeignet sind die Linien PQ oder PF, die extra für den Strand eingesetzt werden.
Oder die Linie 5ZE, die die gleiche Stecke fährt, aber an jeder Milchkanne hält. Diese ist der erste Bus, der nach einiger Wartezeit kommt und den nehmen wir.
Optimierte Bus-Tickets
In der Regel sind wir am Bus-Bahnhof am Piazza Matteotti eingestiegen, allein weil dort ein Automat ist, um Tickets zu kaufen.
Das an den anderen Haltestellen zu tun ist nahezu unmöglich, da es dort keine Automaten gibt, der Busfahrer nur ein sehr begrenztes Kontingent an Tickets hat und wenn, diese auch nur in bar und centgenau bezahlt werden können.
In der Vergangenheit funktionierte die Online-Zahlung noch nicht, heute funktioniert das aber einwandfrei.
Mit der App “CTM Busfinder” können wir ganz leicht 8 Tickets buchen. Im Bus müssen diese dann per Scannen eines QR-Codes entwertet werden.
Dieser Punkt stellt sich als schwierig heraus, weil der Bus jetzt proppenvoll ist und der einzige erreichbare QR-Code an einer Scheibe klebt. Diesen erkennt die Kamera nur, wenn wir gerade an einem dunklen Haus vorbeifahren. Als der Bus dann immer leerer wird, sehen wir auch an anderen Stellen besser scanbare QR-Codes.
Der Bus fährt dann 30 Minuten zum Strand. Die letzten Kilometer immer parallel zum Strand. Zunächst noch zu weit weg, da steigen die Anfänger aus – wie wir beim ersten Mal.
Etwa in der Mitte des Strands biegt der Bus Richtung Strand ab und fährt nun direkt am Strandrand entlang. Nach 2 Stationen machen wir uns zum Aussteigen fertig, eine Haltestelle früher als geplant.
Die Haltestellen liegen hier sehr eng zusammen, also gehen wir 3 Minuten am Strand lang und biegen dann kurz vor dem ehemaligen Hospital zum Strand ab.
Diese Stelle bevorzugen wir, weil es hier deutlich ruhiger und deutlich günstiger ist als am Anfang des Strandes.
Liegen-Schirm-Verhandlung
Über Holzplanken kommen wir zu einer Rezeption, wo wir 8 Liegen mit 4 Schirmen für 72 € bekommen. Wobei die Rezeptionistin erst gar nicht glauben kann, dass wir wirklich so viele Liegen haben wollen. Oder es nicht richtig versteht, weil unser aller Englisch nicht perfekt ist. Genau genommen von Perfektion so weit entfernt ist, wie ein echter Mai Tai von dem Ding, das die beste Ehefrau von allen trinkt – diesen Insider kann der geneigte Leser erst in ein paar Stunden nachvollziehen.
Jedenfalls haben wir hier 5 Kinder und 1 Kinder-Freund dabei. Die alle Englisch in der Schule gelernt haben und teils mit besten Noten abgeschlossen haben. Und sich jetzt so weit hinten anstellen, dass nur ein guter Feldstecher sie gerade noch erahnen kann. So darf der geneigte Leser jetzt raten, wer die Schirm-Verhandlung führen darf – und erfolgreich abschließt.
Wie erwartet sind nur ein paar Liegen besetzt und so ist es herrlich ruhig.
Herrlich warmes Wasser
Wer keine Schirme und Liegen möchte, kommt hier aber auch gut unter. Überall zwischen den Flächen für Liegen gibt es genug Freifläche für Handtücher.
Das ist heute aber nicht so ratsam, denn der starke Wind täuscht: man merkt gar nicht, wie heiß die Sonne bei 28°C brennt.
Also der Wind bläst ordentlich. Aber nicht kalt, sondern erfrischend. Dass er vom Land auf das Meer bläst, ist vermutlich der Grund, dass überall rote Flaggen hängen, denn Schwimmer drohen rausgetrieben zu werden.
Erst einmal liegen wir wunderbar unter den Schirmen. Diese sind zum Glück gut befestigt.
Und natürlich gehen wir ins Wasser, aber nur bis zum Bauchnabel, um die Rettungsschwimmer nicht zu ärgern. Das ist auch völlig problemlos und das Wasser zieht hier nicht sehr.
Das Baden ist herrlich: das Wasser ist Pi-warm (um Missverständnissen vorzubeugen: bevor wir ins Wasser gehen). Nur Rausgehen ist schwierig, weil dann der Wind auf der nassen Haut kühl wirkt.
Das könnten wir lange aushalten. Und es ist schön, dass die Kinder, egal wie groß die sind, sich immer noch in einer Kette von Papa durchs Wasser ziehen lassen wollen. Alles herrlich.
Und günstig.
Rechnen wir mal durch: Für 8 Personen Liegen und Schirme 72,- €. Bustickets 20,80 €. Macht 92,80 €.
Derselbe Ausflug hätte bei AIDA 472,- € gekostet.
Leider müssen wir um 13:30 Uhr aufbrechen, denn man muss ja immer mit Stau rechnen.
Kommt der Bus oder kommt er nicht?
Direkt vor uns am Strand ist die Bushaltestelle Poetto Ipodromo.
Dort wartet schon ein andres Paar, wohl schon etwas länger.
Ein Stück weiter wartet ein Reisebus. Der gehört zu einem privaten Shuttle-Anbieter, der auch am Hafen stand und die Tour zum Strand und zurück für 10 Euro anbietet.
Das ist auch nicht schlecht, man ist dann nur an vorgegebene Zeiten gebunden.
Von dort kommt eine Verkäuferin und bietet die Rückfahrt für 5 Euro an. Sie sagt, dass die Busfahrer heute streiken und deshalb nicht klar ist, wann mal ein Bus kommt. Das erklärt, warum wir schon auf der Hinfahrt länger warten mussten, normaler Weise kennen wir das hier so, dass die Busse häufig fahren.
Das Pärchen neben uns nimmt das Angebot an, wir nicht. Zum einen haben wir die Bustickets schon gekauft, zum anderen ist gerade ein Bus in die entgegengesetzte Richtung gefahren und kommt somit vermutlich gleich zurück.
Und richtig, 10 Minuten später kommt er und wir kommen prima wieder zum Hafen zurück.
An den Hafen-Shuttle-Bussen wird es noch einmal voll, aber es sind so viele Busse eingesetzt, dass es nicht lange dauert.
Da ist mehr Wartezeit am Schiff, an der Sicherheitskontrolle kommt der Taschenscan kaum hinterher.
Immer dasselbe mit Abwechslung
Heute wollen wir uns in alter Tradition mal einen Milchshake gönnen. Leider hat die Art Bar noch nicht auf, im Café Mare ist es aber leerer als gedacht und so kommen wir problemlos zu unserer Erfrischung.
Danach das übliche Programm: die nassen Poolhandtücher im Beach Club abgeben (leider gibt es wieder keine Abgabestation vor dem Schiff), neue Handtücher mitnehmen, eine herrliche Dusche zum Entsanden.
Danach ist noch etwas Qualitätszeit auf dem Balkon bis zum Abendbrot. Das gibt es heute noch einmal im Marktrestaurant, weil uns das gestern so gut gefallen hat. Der Restaurant-Marathon beginnt dann morgen.
Vorher laufen wir aber noch mit einiger Verspätung aus Cagliari aus. Mit wunderschönem Blick auf die Altstadt.
Das Meer ist nun unruhiger, es sind viele Schaumkronen zu sehen und der Wind jagt Gischt über die Wasseroberfläche.
Das Abendbrot im Marktrestaurant ist wieder schön. Nominell gibt es ja in den Buffet-Restaurants der beiden größten AIDA-Schiffe jeden Abend dasselbe, um die Gäste dazu zu bringen, die Restaurants durchzutauschen.
Und doch sind es Kleinigkeiten, die unterschiedlich sind, zum Beispiel machen die Mitarbeiter, die von Hand etwas ausgeben, den Unterschied. Heute mit einem sehr guten gedünsteten Heilbutt und Crêpes mit Nutella.
Mit „AIDA Diamonds“ gibt es heute eine etwas kürzere Show, statt den üblichen 45 Minuten sind es nur 35 Minuten. Und auch nur 4 der 6 Solisten, 4 der 8 Tänzerinnen.
Das Fehlen der Tänzer auf den beiden größten AIDA-Schiffen macht sich in dieser Show bemerkbar. Präsentiert werden Ausschnitte aus den bekanntesten AIDA-Shows wie ABBA oder Queen. Und den Part, den in diesen Shows Tänzer haben, müssen hier die Sänger mittanzen. Ein deutlicher Unterschied zum Profi-Tänzer.
Der Mai-Tai-Notruf
In der Art Bar spielen wir noch eine wilde Runde “SkyJo”. Und wieder gewinnt unsere Jüngste, das ist eine merkwürdige Serie.
Die hat auch die beste Ehefrau von allen. Der geneigte Leser erinnert sich sicher, dass auf der letzten Fahrt „versehentlich“ ein großes Glas Mai Tai gemischt wurde, das aus purem Alkohol bestand. Ob AIDA nun das Rezept geändert hat, oder ob solche Versehen regelmäßig vorkommen, bleibt unklar. In jedem Fall ist das Glas heute offensichtlich mit nochmal extra destilliertem Alkohol gefüllt. Das die Ehefrau natürlich nur aus reiner Höflichkeit trinkt.
Wir gehen dann besser auf die Kabine, wo die beschwipsteste Ehefrau von allen in einem unbeobachteten Moment auf die Idee kommt, am Kabinen-Telefon das Adressbuch anzusehen. Und es dabei irgendwie schafft, den Notruf anzurufen.
Immerhin wissen wir jetzt eins: wenn mal ein Notfall ist, geht am Notruf sofort ein Mitarbeiter ran.
Falls nicht weitere Vorkommnisse zu vermelden sind, ist die nächste Etappe 457 Kilometer bis nach Civitavecchia.
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